Bahn  

Altmühl

Diese Fahrt ist eine Fahrt durch einen stillen Teil Süddeutschlands, der im Mittelalter wohl große Bedeutung erlangte, der aber nicht zu den Boomregionen der letzten Jahrzehnte gehört. Die meisten Führer wählen als Ausgangspunkt für eine Tour entlang der Altmühl Rothenburg ob der Tauber. Ich habe Ansbach gewählt, da Rothenburg bereits auf dem Weg einer anderen Tour liegt, und Ansbach nicht nur wegen der Verkehrsanbindung, sondern auch aus städtebaulicher Sicht ein ansprechender Ausgangspunkt ist.

 

 
     
Orangerie  


1. Tag Ansbach - Ornbau

Ansbach ist gut mit dem Zug zu erreichen, "gut" ist gut gesagt, zeigt doch das Bild links oben den äußerst beschwerlichen Zugang in einen Eisenbahnwagon und den leider immer noch miserablen Service der Bahn. Zumindest hat man als Fahrradfahrer eher das Gefühl, geduldet als willkommen zu sein.

 
Figur  

Nur ein paar Minuten vom Bahnhof Ansbach entfernt befindet sich die Orangerie als das prunkvolle Kernstück des Hofgartens.

Von dort aus gelangt man über die Promenade in eine Altstadt, in der man sich zwischen alten Bauten ganz wunderbar auf die Fahrradtour einstimmen kann. Hier lässt sich auch gut spekulieren, weshalb denn das Findelkind Kaspar Hauser, das hier groß gezogen wurde, ermordet wurde.

Das linke Bild zeigt einen der vielen Brunnen, denen man auf der Fahrt bis nach Regensburg begegnet. Überhaupt ist diese Fahrt eine Fahrt, deren Reiz in den vielen Kleinigkeiten besteht, denen man sich nur zu öffnen braucht, die überall zu finden sind, ohne dass sie sich aufdrängen.

 
       
Ornbau
 

2. Tag von Ornbau nach Weissenburg

Ornbau ist eine der vielen kleinen Städte, die sich ihr Stadtrecht seit Jahrhunderten bewahrt haben, trotz aller Gebietsreformen. Die Brücke ist einer der schönsten steinernen Brücken auf dem Weg. Ein absolutes Muss - zumindest für die Fotographen unter Ihnen.

Die neu geschaffene fränkische Seenlandschaft rund um Gunzenhausen ist die Touristenattraktion Frankens. Das Bild zeigt den Brombachsee, der annähernd so groß ist wie der Tegernsee und dessen Yachthafen der größte Binnenyachthafen Deutschlands sein soll.
Rund um den Altmühl- und Brombachsee gibt es eine große Anzahl von Übernachtungsmöglichkeiten, sodass es durchaus möglich wäre, am ersten Tag über Ornbau hinaus nach Muhr am See zu radeln.

 
Brombachsee  

Während die "normale" Tour der Altmühl entlang führt, haben wir die Variante über den Brombachsee gewählt, die es erlaubt, auf dem Weg auch noch so Kleinode wie Ellingen und vor allen Dingen Weißenburg zu besuchen. Weißenburg war bereits zur Zeit der Römer ein wichtiger Stützpunkt. Das Römerkastell war Bestandteil des hier querenden Limes. Die jüngsten Ausgrabungen sind beredtes Zeugnis dieser Epoche.

 
Weisenburg  


Seit dem ersten Jahrhundert ist Weißenburg Siedlungsgebiet. Nach den Römern kamen die Alemannen und dann die Franken. Karl der Große ließ einen Königshof erbauen und leitete damit die aufstrebende Entwicklung der Stadt ein, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzte.

Wenn Sie von Ansbach nach Regensburg fahren, dann sollten Sie sich unbedingt die unterschiedlichen Türme, ob Kirch- oder Sadttürme etwas genauer anschauen. Eine so große Vielfalt findet man in Deutschland nur ganz selten.

 
     
Pappenheim
12 Apostel
 


3. Tag von Weißenburg nach Eichstätt

Am dritten Tag tauchen wir mit dem Erreichen Treuchtlingens ein in jenen Abschnitt des Altmühltals, für den dieses Tal berühmt geworden ist:
Ein relativ enges Tal mit eingesprenkelten Felsen, die aus Wacholder besetzten kargen Hängen aufragen. In diesem Tal schlängelt sich in unendlich vielen Windungen die Altmühl gen Donau. Bewacht wird diese Szenerie von mittelalterlichen Burgen, die eine prächtige Kulisse für die excellent ausgeschilderten Fahrradwege abgeben. (Im Bild ist Burg Pappenheim zu sehen.)

Das linke Bild zeigt die 12 Apostel, gemeint sind die 12 Felsen, die aus dem Hang heraustreten. Ganz nah von hier befindet sich Solnhofen, das bekannt ist für den Abbau der Solnhofener Platten ...

 
Willibaldsburg  

... und weltberühmt aufgrund des hier gefundenen steinernen Abbilds eines Vogels, bekannt als Archeopteryx Lithographica.

Hoch oben thront sie über dem Altmühltal und bewacht die alte Bischofsstadt Eichstätt, die Willibaldsburg. Durch Willibald wurde Eichstätt zur Bischofsstadt und das ist sie bis heute geblieben. Die Bedeutung , die Eichstätt damit erreichte, ist allerorten zu sehen. So zählt Eichstättt zweifellos zu den schönsten Städten im Altmühltal.

 
       
Eichstätt  


4. Tag von Eichstätt nach Beilngries

Der heilige Willibald bewacht über einem Brunnen den zentralen Platz der Stadt, wo sich das Leben abspielt. Architektonisch bedeutungsvoller ist der Residenzplatz südlich des Doms, der zu den bedeutednsten Plätzen Europaas gehört. Eine Übernachtung hier in Eichstätt lohnt sich auf jeden Fall.

 
Abendsberg  

Nach Eichstätt treten die spektakulären Felsformationen für etwa 20 km zurück und zeigen sich in ihrer ganzen Größe erst wieder in Abendsberg - siehe Bild. Selbst wenn man nicht auf jede Burg hinaufsteigen will, so sollte man zumindest eine kleine Fotopause einlegen wie z.B. in Kipfenberg, wo sich eine Mittagsrast auf dem Marktplatz direkt am Fuß der Burg allemal lohnt.
In Beilngries angekommen, muss man sich entscheiden, ob man der Altmühl weiter folgen oder den unbedingt lohnenden Abstecher nach Berching machen will und dann evtl. nach Beilngries zurückradelt oder mit dem Dampfer ein Stück weit den Rhein-Main-Donau-Kanal hinabfährt.

 
     
Chinesenbrunnen  


5. Tag von Beilngries nach Kelheim

Ein Beamter des Eichstätter Bischofs hatte die Dietfurther Bürger vor langer Zeit mit Chinesen verglichen, was die Bürger dieses kleinen Örtchens dazu veranlasste, seit etwa 100 Jahren am Faschingsdonnerstag den Chinesenfasching zu feiern und Jahr für Jahr Dietfurth für einen Tag in bayrisch China zu verwandeln.

 

 

Die vielbeschworene Verunglimpfung der Landschaft durch den Main-Donau-Kanal ist erfreulicherweise - mit Ausnahme der Staustufen - ausgeblieben.

 
Schiff auf der Altmühl  

Rund um den Kanal entstanden wunderbare Biotope, die Schiffahrt beschränkt sich auf eine Handvoll Frachter, die diese Wasserstraße nutzen und die Wunden der Bauzeit sind längst verheilt.

Kehlheim

 
     
Doom von Regensburg  


6. Tag von Kelheim nach Regensburg

Wer es bis nach Kelheim geschafft hat, der sollte die restlichen 30 km entlang der Donau bis nach Regensburg unbedingt auch noch radeln. Die Stadt Regensburg ist Weltkulturerbe und das mit Recht wie ich meine.

Stadttor
 
Regensburg  

Fazit:

Regensburg ist nicht nur mittelalterlich altehrwürdig, Regensburg ist ein Eldorado zum Einkaufen mit all den kleinen Boutiquen und Geschäften, in denen man so ziemlich alles finden kann, was man sich wünscht.
Eine stille, beschauliche Fahrradtour, deren Erlebnisgehalt jeder selbst bestimmen kann. Überall gibt es neben der Piste etwas zu entdecken, ob das die vielen Burgen sind, gut erhaltene Stadtmauern, prachtvolle Kirchen, Reste des römischen Limes, beschauliche Marktplätze und das Weltkulturerbe Regensburg. Jeder kann selbst entscheiden, ob er eine Sportveranstaltung oder eine Kulturreise aus dieser Woche machen will. Lohnenswert ist diese Tour auf jeden Fall.