Iran - Zauber des Orients

Isfahan Imanmoschee im Basar

 

 

Flagge

Ayatollah Komeni, der Schah, Kaiserin Soraya, Zarathustra, König Perseus. Das sind klangvolle Namen. 3000 Jahre Geschichte werden wach. Das ist der Iran.
Ein Land voller Kontraste- isoliert vom Westen, hungern die Menschen nach Kontakt mit eben diesem Westen.
Fruchtbare Landstriche wechseln mit kargen Wüsten, hohe Gebirge mit endlosen Ebenen.
Ein traumhaft schönes Land.

 

zur Fotogalerie

 

Shah Rehza Pahlavi ließ das 1971 fertiggestellte 50 m hohe Bauwerk erstellen. Es steht in der Nähe des Flughafens von Teheran und sollte, so wollte es der damalige Herrscher, an die glorreiche 2500-jährige Geschichte Persiens erinnern. In diesem Gebäude nimmt die moderne Architektur Elemente der sasanidischen und der islamischen Architektur. Ein Gebäude von bestechener Elegance. Im Hintegrund rechts kann man die schneebedeckten Berge erkennen, die bei schönem Wetter und der manchmal tatsächlich klaren Sicht ein fantstisches Panorama abliefern.

Isfahan

Wer es sich leisten kann, der sollte in Isfahan unbedingt im zentral gelegenen Abbasi Hotel - einer ehemaligen Kawanserei - absteigen. Hier können Sie es sicher ein paar Tage aushalten. Und diese Zeit brauchen Sie auch, um sich Isfahan in aller Ruhe zu erschließen.

Lange Zeit war Isfahan das geistige und damit auch das spirituelle Zentrum. Von dieser einstigen Größe ist der von Arkaden umsäumte Meidan-e Imam geblieben, das Zentrum der Stadt. Auf jeder Seite des 500 m langen und 150 Meter breiten Platzes steht ein wichtiges Gebäude. Auf der Südseite des Platzes ist es die Imam-Moschee, bis 1979 als Königsmoschee bekannt. Gestaltet wurde der Platz im Wesentlichen im 15. und 16. Jahrhundert. Initiator war Shah Abbas I.

Shiraz

Die Grabstätte von Shah Cherag ist seit über 1000 Jahren eine wichtige Pilgerstätte in Iran. Die ersten Gebäude wurden zu Ehren des Heiligen Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Anmerkung: Frauen können das Mausoleum nur mit einem Jador bekleidet betreten!

Das Minarett ist Teil des Mausoleums von Shah Cherag, das als ein Wahrzeihen von Shiraz gilt. Die Kacheln und Mosaike sind harmonisch in den Farben blau, goldgelb und türkis aufeinander abgestimmt. Details sind liebvoll ausgeführt. Und immer wieder wird in großen Lettern aus dem Koran zitiert.

Die Säulenhalle der Vekil Moschee überlebte alle Erdbeben, die im Laufe der Geschichte Shiraz erschütterten. Die meisten der gedrillten Säulen, die aus einem Monolith bestehen, sind völlig unversehrt geblieben. Übrigens sind alle kulturhistorisch wichtigen Gebäude - auch Moscheen - für Besucher jeglicher Noatoinalität und Religion offen. Solch prunkvolle Deckengewölbe gibt es eigentlich nur in Shiraz. Die großartigen Bauten sind auch Zeugnis von ganz großen Zeiten in der Geschichte der Stadt, die wie keine andere Stadt im Iran Wechselbäder von großartiger Blüte und fast völliger Zerstörung erleben musste.

Das Deckengemälde mit den beiden Damen lässt erahnen, dass in der islamischen Kultur die Einstellung zum weiblichen Geschlecht einmal wohl anders war als sie es zur Zeit ist. Nun mag das auch an Shiraz liegen. Shiraz war über Jahrhunderte hinweg das kulturelle Zentrum und damit offener als andere Städte. So kam z.B. der Erbauer des berühmten indischen Taj Mahals, der Architekt Ostad Isa, aus Shiraz. In Shiraz, der "Stadt der Rosen und Nachtigallen" lebten auch die bedeutendsten Dichter des Iran: Saadi und Hafis. Auch heute noch hochverehrt. Sie besangen in ihren Gedichten den wunderbaren Wein, den besten, den es damals in der ihnen bekannten Welt gab. Das war damals, im 13. und 14. Jahrhundert, als der Islam den Menschen noch solche Freuden genießen ließ.

Persepolis

Ausgangspunkt für eine Besichtigung von Persepolis ist Shiraz, wo sich die Taxifahrer gerne bereit erklären, westliche Touristen dorthin zu bringen. Kilometerlang fährt man durch eine weite Ebene. Kurz vor den Bergen erhebt sich dann in seiner ganzen Pracht die vor etwa 2500 Jahren erbaute Metropole eines der größten Reiche im Altertum.
Dass Reisende aus aller Welt von Persepolis begeisert wraen, zeigt die schwärmerische Aussage der Persienreisenden Vita Sackville: "Wie ein Schiff, das in die Weite des Meeres entlassen wird, schiebt sich die große Terrasse in die Ebene, die Säulen ragen wie kahle Masten in die klare Luft."

Auf großen Tafel wurde die Geschichte des Landes in Stein gemeißelt. Es waren keine Sklaven, nein, frei angeworbene Künstler haben gegen Entlohnung hier Großartiges geschaffen. Es waren die geschicktesten Männer und Frauen des Landes, die ihr Kunsthandwerk hier ausleben durften.
Über nahezu 1500 Jahre war Persepolis in Vergessenheit geraten, ehe europäische Historiker und Archäologen es Ende des 18. Jahrhunderts wieder entdeckten.

Wie dieses Wandtafel sind viele in sehr gutem Zustand. Sie erzählen von den vielfältigen Beziehungen zwischen den Perserkönigen und den umliegenden Ländern. Auf der unter Xerxes errichteten Relieftreppe sind all die Völker aufgeführt, die den Perserkönigen huldigten:
Meder, Elamer, Armenier, Parther, Babylonier, Lyder, Areier, Assyrer, Kappadokier, Ägypter, Skythen, Ionier, Baktrer, Gandharer, Arachosier, Sartier, Sogder, Inder, Thraker, Araber, Karer, Libyer und Äthiopier

Die Perserkönige waren ausgezogen, den Westen - Griechenland! - zu erobern. Die Athener haben sie in der entscheidenden Seeschlacht bei Salamis zurückgeschlagen. Endgültig in die Schranken gewiesen hat sie dann Alexander der Große. Selbst wenn nur noch Ruinen geblieben sind, sie sind so gut erhalten und die Lage dieser Stadt ist so imposant, dass es sich unbedingt lohnt, von Shiraz aus einen Abstecher nach Persepolis zu unternehmen.

Was Dareios um 518 v. Chr. begann, das vollendete Xerxes etw 40 Jahre später. Nun waren die Herrscher endgültig angekommen. Persepolis war nicht nur mehr administratives Zentrum. Es war Sitz der Könige und der zeremonielle Mittelpunkt des Landes. Persepolis war bis ins dritte Jahrhundert nach Christus bewohnt und wurde erst dann aufgegeben.

Yazd

Der Iwan der Freitagsmoschee ist der höchste in Iran. Auch diese Moschee stammt aus der Blütezeit des Iran und wurde im 14. Jahrhundert erbaut.

Im Sommer kann es heß werden im Iran und da ist jede Art von Kühlung willkommen. Durch die schmalen Öffnungen der Windtürme wirder Wind in das Innere der Windtürme geleitet und kann die Häuser um fast 10° C abkühlen. Eine gro0ßartige Erfindung, die jetzt leider immer mehr durch air Condizions abgelöst wird.

Das Eingangsprotal der Chaqmaq Moschee protzt mit drei hohen Arkadenfluren, die die Aufmerksamkeit eines jeden Besuchers auf sich lenken. Dieser Monumentalbau wurde erst im 19. Jahrhundert errichtet. Das gewaltige Holzgestell auf der rechten Seite wird alljährlich bei den Ashura-Prozessionen durch die Stadt getragen.

Also sprach Zarathustra. Noch heute sollen etwa 40.000 Anhänger der zoroastrischen Religion im Iran leben. Im Süden von Yazd gibt es noch einige zoroastrische Bestattungstürme zu besichtigen. Auf den Berggipfeldn überließen die Anhänger dieser Religion die Leichname den aasfressenden Geiern. Am Fuße des Berges finden sich noch heute viele recht gut erhaltene Gebäude zur Abhaltung der Totenzeremonie.

Kommunikatiosnfreudig ja süchtig nach allem, was aus dem Ausland kommt, stürzen sich die jungen Iranerinnen auf eine Europäerin. Jede will Konversation betreiben, das in der Schule oder in Abendkursen erlernte an den Mann, die Frau bringen. Wenn dann auch noch festgestellt wird, dass man aus Deutschland kommt, dann ist die Welt sowieso in Ordnung. Was würde passieren, wenn diese jungen Frauen sich frei entfalten könnten?

Können Sie sich vorstellen, dass im Iran die Frauen die Hosen an haben? Nach meinem dreiwöchigen Aufenthalt im Iran kannich es mir durchaus vorstellen! Soviel Dynamik in diesen Gesichten, keine Scheu und das trotz der Unterdrückung. Nirgendwo auf dieser Welt treten Frauen gegenüber Männern - zumindest Ausländern - so selbstbewusst auf wie im Iran. Außerhalb des Klassenverbandes wird der Jador abgelegt und durch einen Mantel ersetzt, der nichts verbirgt, sondern eher betont!

Als wir in Teheran am Flughafen ankamen und in unseren Taschen nach den Pässen kramten, meinte eine Iranerin, die Pässe seien nicht so wichtig, das Wichtigste im Iran wäre das Kopftuch. Sie sollte recht behalten. Selbst zum Frühstücken im Hotel konnte man nur mit Kopftuch erscheinen. Die Farbe des Kopftuchs spielt keine Rolle, selbst wenn es nur ein hauchdünnes Tuch ist, das schon fast in den Nacken geschoben ist, Hauptsache der Kopf ist, wenn auch nur symbolisch, irgendwie bedeckt. Der gute Wille und damit die Bereitschaft, sich dem Diktat zu unterwerfen, muss gezeigt werden.

Andreas Angermeir