Im Banne des

RustaqRustaq

Oman

 

Flagge des Oman

 

Im Westen, in Saudiarabien regiert der strenge Wahabismus, im Süden ist die Insel Sansibar mit der Leichtigkeit Afrikas und im Osten auf der anderen Seite des Stillen Ozeans liegt ein chaotisches Indien und dazwischen, ja dazwischen liegt die Synthese all dieser Kulturen:

der Oman.

Ein wunderbares, erfrischendes Land mit gastfreundlichen Menschen, tollen Wüsten und ganz vielen Burgen.

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Der Oman erstreckt sich über ca. 1700 km - ein schmales Handtuch an den Küsten des Stillen Ozeans - von Nordosten nach Südwesten. Wer nicht Monate, sondern nur die üblichen zwei oder drei Wochen Urlaub dort verbringen will, der muss eine Auswahl treffen. Am besten ist es, sich mit Freunden zusammenzutun und mit ein paar geländegängigen Fahrzeugen das Land zu erkunden. Wer in die Sanddünen fährt, benötigt die komplette Ausrüstung, die für ein solches Abenteuer notwendig ist.

Da ist das Zentrum des Oman mit der Hauptstadt Muskat. Von dort aus kann man eineb wunderschönen 10-tägigen Rundtripp beginnen, der uns nordostwärts nach Barka führt. Ein einsames Resort lädt zum Erholen und Baden ein. Von Barka aus kann man eine eintägige Schleife ins Landesinnere fahren, die uns nach Rustaq und Nakhl führt, alten Oasenansiedlungen mit prächtigen Burgen, wohl den schönsten im ganzen Land. Am dritten Tag fahren wir über das Hajar al Gharbi, einem bis über 3000 m hohen Gebirges nach Nizwa, eine wahrlich abenteuerliche Fahrt. Der vierte Tag dient der Erkundung der Umgebung von Nizwa. Mit dem Palast von Jabrin erwartet uns eine Glanzleistung omanischer Burgbaukunst. Am Abend noch ein kleiner Bummel durch die kleine Altstadt mit ihrem Markt. Am fünften Tag geht es weiter zu den Wadis des Hajar al Sharqui. Das berühmteste ist das Wadi Bani Khalid, ein vielbesuchter Touristenort mit einem kleinen Badesee, an dessen tiefblauem, türkisgrünem Wasser Palmen stehen. Dahinter die trostlose Ödnis eines vegetationslosen Gebirges.

Nun kommt ein Muss für all diejenigen, die das Abenteuer und die Wüste lieben: eine dreitägige Fahrt durch die Sanddünen der Rumlat al Wahiba. Hier erleben Sie die Wüste in ihrer ursprünglichen Schönheit, eine aufregende Fahrt mit GPS durch die Täler und über die sandigen Erhebungen rotgelben Sandes, genießen das allabendliche Lagerfeuer und schauen ehrfürchtig in den sternenklaren Nachhimmel. Zufrieden und reicher und mit etwas Sehnsucht nach einer warmen Dusche verlassen wir die Sanddünen und fahren zur Hafenstadt Sur, wo noch heute Dhaus gebaut werden. Von Sur aus machen wir einen Abstecher nach Ras al Junays, wo man in allereinfachsten Unterkünften nächtigen kann. Das Highlight in dieser sonst trostlosen Gegend sind die Nacht für Nacht sich auf den Sand schleppenden Riesenschildkröten, die hier ihre Eier ablegen. Die beste Beobachtungszeit ist der Sommer, aber auch im Winter verirren sich einige der Riesenschildkröten an den Strand. Nach einer mehr oder weniger durchwachten Nacht geht es zurück nach Sur. Am 12. Tag unserer Reise geht es zurück nach Muscat. Bummeln am nächsten Tag, durch den nicht allzu großen, dafür aber umso schöneren Souk von Muskat .

Das viel besungene Salalah in der Nähe der jemenitischen Grenze gelegen, ist nur reizvoll nach der Regenzeit, wenn die schweren Monsuwolken ihr Wasser hier wolkenbruchartig losgeworden sind, und die Umgebung in tiefes grün gehüllt ist. Eine Oase inmitten einer kargen Wüstenlandschaft, in der der Weihrauchbaum wächst, eine Oase, die etwa 1000 km von Muskat erst nach einer langen Fahrt durch langweiliges Land zu erreichen ist. Wer also Salalah besuchen will, der sollte als Verkehrsmittel ein Flugzeug wählen, es sei denn er hat sehr viel Zeit und ein Geländefahrzeug, das ihm auch noch einen Abstecher in die Rub al Khali ermöglicht.

Den Nordosten des Oman, die Enklave Musandam, die vom restlichen Oman durch das Emirat Fujeira getrennt wird, erschließt man sich am besten von Daubai aus.
Musandam ist eine steinerne Fjordlandschaft an der Straße von Hormus. Die wenigen Einwohner ernähren sich vom Fischfang oder treiben intensiven Handel mit den Schmugglern, die mit ihren Schnellbooten aus dem Iran hier anlanden. Neuerdings kommt der Tourismus als Einnahmequelle hinzu. Gefragt sind Fahrten auf den hölzernen Dhaus durch die gewaltigen Schluchten der steil abfallenden Fjorde. Wer etwas Glück hat, dem zeigt sich auch mal ein Delfin oder sogar ein ganzer Schwarm derselbigen. Für diesen Abstecher nach Musandam benötigt man gut 3 Tage. Die Anreise von Muscat aus erfolgt mit dem Flugzeug oder - wie gesagt - von Dubai aus mit dem Auto.

Andreas Angermeir